Londoner Neun-Mächte-Konferenz
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© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Bundeskanzler Adenauer (Vordergrund) auf der Londoner Neun-Mächte-Konferenz |
Als die französische Nationalversammlung am 30. August 1954 den Vertrag über die „Europäische Verteidigungsgemeinschaft“ (EVG) ablehnte, war damit nicht nur das Projekt einer gemeinsamen europäischen Armee gescheitert, sondern vorerst auch der bereits am 26. Mai 1952 unterzeichnete Deutschlandvertrag, mit dem der Bundesrepublik Deutschland die volle Souveränität verliehen werden soll. Zwischen beiden Verträgen bestand ein Junktim. Eine politische Lösung dieses Dilemmas soll auf der Londoner Neun-Mächte-Konferenz gefunden werden, die am 28. September 1954 eröffnet wird. Die Konferenzteilnehmer - die Benelux-Staaten, Westdeutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und die USA - sprechen sich für die Aufnahme der Bundesrepublik in die 1949 gegründete „North Atlantic Treaty Organization“ (NATO) und die Gründung der „Westeuropäischen Union“ (WEU) aus, der die Bundesrepublik ebenfalls beitreten soll. Diese Beschlüsse werden auf den Pariser Konferenzen vom 19. bis zum 23. Oktober vertraglich festgehalten werden.