Hintergrund
Juni 1916

Lawrence von Arabien

  
Quelle: phoenix
Thomas Edward Lawrence, gekleidet als arabischer Sherif

Seit Dezember 1914 gehört der in Kairo lebende britische Archäologe Thomas E. Lawrence, der unter dem Namen "Lawrence von Arabien" in die Geschichte eingehen wird, zum geheimen Nachrichtendienst seines Landes. Als am 6. Juni 1916 der Emir von Mekka gemeinsam mit seinen Söhnen einen Aufstand gegen die türkische Herrschaft über die arabische Halbinsel beginnt, wird er von Großbritannien mit Geld und Militärberatern unterstützt. Vor allem wegen seiner Orts- und Sprachkenntnisse wird Lawrence als Verbindungsmann ausgewählt. Rasch avanciert er zu einer Schlüsselfigur des arabischen Unabhängigkeitskampfes. Seine enge Verbindung zu Feisal, einem der Söhne des Emirs, fördert diese Entwicklung. Lawrence empfiehlt den schlecht organisierten Beduinen eine Strategie des Guerillakriegs mit Überraschungsangriffen gegen kleinere türkische Militärposten und Sprengstoffanschlägen entlang der Eisenbahnlinie. Durch die blitzartigen Überfälle wird die türkische Armee nachhaltig geschwächt. Im Juli 1917 wird die Hafenstadt Akaba fallen. Im Oktober 1918 folgt die Eroberung von Damaskus. Der legendäre Feldzug unter Lawrence' Führung endet mit der Befreiung Palästinas von der türkischen Herrschaft. Nach dem Waffenstillstand wird sich der seelisch und körperlich völlig erschöpfte Brite enttäuscht zurückziehen. Er muss erkennen, dass mit dem Ende des Ersten Weltkrieges keineswegs die von ihm und seinen arabischen Freunden angestrebte arabische Unabhängigkeit auf der internationalen Tagesordnung stehen würde. Die Regierungen in Paris und London hatten sich schon im Sykes-Picot-Abkommen von 1916 auf eine Aufteilung des arabischen Raumes in eine englische und eine französische Einflusszone geeinigt.




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